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Saftige Beitragserhöhungen für Privatversicherte
Schlechte Nachrichten für circa neun Millionen privat Versicherte in Deutschland: Das Jahr 2012 wird teuer. Die Beiträge für private Krankenversicherungen steigen um bis zu 50 Prozent. Prost Neujahr! Da ist der Ärger vorprogrammiert. Viele werden vermutlich über einen Anbieterwechsel nachdenken. Doch was ist hierbei zu beachten?
Vorsicht beim Wechsel
Eigentlich ein klarer Fall: Die Beiträge steigen gehörig , da ist es die logische Konsequenz den Anbieter zu wechseln. So einfach ist das Ganze aber dann leider doch nicht. Die Beiträge einer privaten Krankenversicherung richten sich in ihrer Höhe nach dem individuellen Gesundheitszustand des Versicherten. Umso mehr Zipperlein und Wehwehchen, desto höher die Beiträge. Und desto schwieriger gestaltet sich ein angestrebter Versicherungswechsel zu einer anderen Kasse. Bevor man also tatsächlich Kunde eines anderen Anbieters wird, sollte man einige Stichpunkte genau hinterfragen: Zum Beispiel, ob die Altersrückstellungen dann verfallen oder mitgenommen werden können. Und, ob vielleicht die Möglichkeit beim aktuellen Versicherer intern zu wechseln, bzw. ob sich dieser Wechsel vielleicht auch schon lohnt. Außerdem sollte bedacht werden, dass die Rücktritts- und Anfechtungsfristen bei einem neuen Versicherer von Neuem beginnen. Weiterer Knackpunkt, der zu denken gibt: Bei einem Versicherungswechsel geht das Anrecht auf den Wechsel in den Standardtarif verloren. Beispielsweise müsste ein langjährig privat Versicherter dann unter Umständen an die 600 Euro monatlich für den Basistarif bezahlen – zum Vergleich: aktuell wären es beim alten Anbieter gerade mal 200 Euro. Hier wird schnell klar, dass ein unüberlegter oder überstürzter Wechsel für die Versicherten alles andere als günstig kommen könnte. Ein gründlicher PKV Vergleich im Vorfeld ist also dringend zu empfehlen, sonst kommt dem Versicherten die eigenen Gesundheit, bzw. Krankheit teuer zu stehen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Versicherungspflichtgrenze um 2,7 Prozent gestiegen
Angesichts dieser Entwicklung prognostizieren Experten, dass im neuen Jahr weit weniger Versicherte von der gesetzlichen in eine private Krankenkasse wechseln werden. Kein Wunder. Für 2012 gilt Folgendes: Nur wer ein Jahreseinkommen über 50.850 Euro verbuchen kann, darf sich über eine private Krankenkasse vollversichern lassen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Versicherungspflichtgrenze, die jährlich neu festgelegt wird, um 2,7 Prozent gestiegen. Potenzielle Neukunden werden dadurch vergrault, keine Frage. Die angesprochenen Beitragserhöhungen betreffen in erster Linie die Tarife für Neukunden. Ein Wechsel von der gesetzlichen in eine private Kasse kommt im nächsten Jahr für viele vermutlich nicht mehr in Frage. Übrigens steigen die Beiträge für private Krankenversicherungen Jahr für Jahr. Gab es zwar neuerdings Versuche, mit so genannten Billigtarifen Neukunden zu ködern, haben sich diese wirtschaftlich gesehen nicht rentiert. Ganz im Gegenteil. Jetzt müssen die Beiträge wieder erhöht werden, um den steigenden Kosten im Gesundheitswesen gerecht zu werden.
